Vollständiger Abstract
Worum geht es in dieser Arbeit?
Zusammenfassung Hintergrund und Fragestellung Vierzig Jahre nach der Ottawa-Charta bilden Chancengerechtigkeit, Empowerment und Partizipation weiterhin die normativen Grundlagen der Gesundheitsförderung (GF). Gleichzeitig führen gesellschaftliche Entwicklungen wie Digitalisierung, Klimawandel und demographischer Wandel zu neuen ethischen Herausforderungen, insbesondere hinsichtlich wachsender Ungleichheiten. Ethische Reflexionskompetenz gewinnt dadurch für Fachpersonen der GF zunehmend an Bedeutung. Ziel des Beitrags ist es, vor dem Hintergrund aktueller ethischer Spannungsfelder und Herausforderungen in der GF aufzuzeigen, wie ethische Reflexionskompetenz in der GF auf Grundlage internationaler Kompetenzrahmen curricular entwickelt und über die Aus‑, Fort- und Weiterbildung hinweg systematisch gefördert werden kann. Studiendesign und Untersuchungsmethoden Der Beitrag verfolgt einen konzeptionellen Ansatz und basiert auf einer narrativen Analyse der Literatur zu ethischen Herausforderungen der GF, der Kompetenzrahmen CompHP und ASPHER sowie beispielhafter curricularer Ansätze zur Vermittlung ethischer Reflexionskompetenz. Ergebnisse Die Literatur zeigt, dass Fachpersonen der GF regelmäßig mit ethischen Spannungsfeldern konfrontiert sind. CompHP und ASPHER beschreiben ethische Werte und Reflexionsfähigkeit als integrale Bestandteile professioneller Kompetenz, geben jedoch nur begrenzt Hinweise für deren curriculare Umsetzung. Es zeigt sich, dass ethische Fragestellungen häufig implizit vermittelt werden. Besonders geeignet erscheinen longitudinale Curricula, die ethische Reflexionskompetenz als Querschnittthema verankern und durch Fallbeispiele, reflexionsorientierte Lehrformate sowie interprofessionelles Lernen fördern. Schlussfolgerung Ethische Reflexionskompetenz stellt eine Schlüsselkompetenz professionellen Handelns in der GF dar. Kompetenzrahmen bieten hierfür eine wichtige Orientierung, müssen jedoch durch explizite curriculare Konzepte ergänzt werden, die die Entwicklung professioneller Haltung und ethischer Urteilsfähigkeit über den gesamten Bildungsverlauf hinweg systematisch fördern.
Bibliografischer Nachweis
Publikationsdaten
- Autor:innen
- Karin Nordström, Petra Plunger, Dagmar Starke, Verena Biehl, Birgit Ulrika Keller, Katja Podzeit
- Quelle
- Prävention und Gesundheitsförderung
- Publikation
- 2026-01-01
- Band / Ausgabe
- Nicht angegeben
- Seiten
- Nicht angegeben
- ISSN / ISBN
- 1861-6755, 1861-6763
- Zitationen
- 0 laut Crossref
- Referenzen
- 0 hinterlegt
Zitieren
Zitierfähiger Nachweis
Karin Nordström, Petra Plunger, Dagmar Starke, Verena Biehl, Birgit Ulrika Keller, Katja Podzeit (2026). Ethische Reflexionskompetenz in der Gesundheitsförderung: Herausforderungen und Ansätze für die Aus‑, Fort- und Weiterbildung. Prävention und Gesundheitsförderung. https://doi.org/10.1007/s11553-026-01371-3
Kontext
Themen, Förderung und Nutzung
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