Vollständiger Abstract
Worum geht es in dieser Arbeit?
Zusammenfassung Hintergrund Digitale und KI-gestützte (künstliche Intelligenz) Technologien besitzen das Potenzial, Arbeitsprozesse in der klinischen Pflegepraxis zu entlasten und beim Kompetenzerwerb zu unterstützen. Gerade der Dokumentationsaufwand wird von Pflegefachpersonen (PFP) als zeitintensiv gesehen und ist Gegenstand vieler Entwicklungen in Forschung und Praxis. Im Projekt Data-Driven-Health (DEAL) wurde daher untersucht, wie PFP ein KI-gestütztes Dokumentations- und Informationssystem in einer praxisnahen Testsituation erleben. Ziel war die Analyse der Erfahrungen und die Ermittlung möglicher Weiterentwicklungsbedarfe aus Sicht von PFP. Material und Methoden In einer Evaluationsstudie testeten PFP in einem Skills Lab einen sensor-, kamera- und tabletgestützten Prototyp anhand eines Fallbeispiels. Anschließend wurden leitfadengestützte Interviews geführt. Die Auswertung erfolgte mittels inhaltsstrukturierender qualitativer Inhaltsanalyse anhand MAXQDA. Ergebnisse Die 10 Teilnehmenden (männlich: n = 1; mittleres Alter: 39,5 Jahre) sahen ein deutliches Entlastungspotenzial, insbesondere durch Zeitersparnis, eine optimierte Prozessstruktur und schnellerem Informationszugang. Positiv bewertet wurden vor allem das mobile Endgerät sowie die digitalen Formate zur Wissensvermittlung. Zugleich wurden technische Zuverlässigkeit, Datenschutz, Praktikabilität und alltagsnahe Implementierung als zentrale Voraussetzungen benannt. Der Einsatz von Kameras wurde ambivalent zwischen Nutzen und Überwachung wahrgenommen. Schlussfolgerung Die PFP sind gegenüber dem KI-gestützten System aufgeschlossen und sehen darin ein mögliches Entlastungspotenzial. Der Arbeitsprozess und die Wissensvermittlung können zukünftig von entsprechenden Systemen unterstützt werden, wenn sie partizipativ entwickelt, technisch stabil und organisatorisch gut eingebettet werden.
Bibliografischer Nachweis
Publikationsdaten
- Autor:innen
- Alexander Pauls, Fenja Tjalda Hesselmann, Christine Scheve, Frank Wallhoff, Frauke Koppelin
- Quelle
- Prävention und Gesundheitsförderung
- Publikation
- 2026-01-01
- Band / Ausgabe
- Nicht angegeben
- Seiten
- Nicht angegeben
- ISSN / ISBN
- 1861-6755, 1861-6763
- Zitationen
- 0 laut Crossref
- Referenzen
- 0 hinterlegt
Zitieren
Zitierfähiger Nachweis
Alexander Pauls, Fenja Tjalda Hesselmann, Christine Scheve, Frank Wallhoff, Frauke Koppelin (2026). KI-gestützte Dokumentation und Wissensvermittlung in der klinischen Pflege. Prävention und Gesundheitsförderung. https://doi.org/10.1007/s11553-026-01358-0
Kontext
Themen, Förderung und Nutzung
Lizenzhinweise: Lizenz 1